Kaffeekunst in Kopenhagen – ein Städtetrip in die dänische Hauptstadt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: in diesem Beitrag über Kopenhagen werdet ihr wenig über kulturelle Highlights, geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten oder touristische “Must Sees” der dänischen Hauptstadt lesen. Was natürlich nicht daran liegt, dass Kopenhagen von all dem nichts zu bieten hätte. Ganz im Gegenteil! Doch auf unserem Wochenendtrip wollten wir diesmal einfach nur den Flair der Stadt genießen. Und das hieß für uns: entspannt durch Kopenhagens Straßen flanieren, gutes Essen genießen und die Atmosphäre der Stadt in den zahlreichen, wunderschönen Cafés der Metropole aufnehmen.

Kopenhagen lässt sich von Hamburg aus in nur wenigen Stunden mit dem Zug und der Fähre erreichen. Besonders spannend ist dabei die Fährüberfahrt von Fehmarn nach Dänemark. Denn in Puttgarden verlässt der Zug plötzlich die Gleise und verschwindet in Gänze im Bauch des Schiffs der dänischen Fährgesellschaft Scandlines. Auf der 45-minütigen Überfahrt an die dänische Küste müssen alle Reisenden den Zug verlassen und sich aufs Deck begeben. Bei stürmischem Wetter ließen wir uns den salzigen Ostseewind um die Nase wehen. Ein perfekter Start für ein “hyggeliges” Wochenende!

Unsere Air-BnB-Unterkunft befand sich in Frederiksberg, einem sehr grünen Stadtteil im Westen von Kopenhagen in dem zahlreiche Restaurants, Cafés sowie die Einkaufsstrasse Gammel Kongevej zu finden sind. Die nächsten beiden Tage erkundeten wir von hier aus die Stadtteile Nørrebro, Vesterbro, Christianshavn und Indre By. Und obwohl sich alles irgendwie zu Fuß erkunden ließ, würde ich beim nächsten Besuch doch zum Mieten eines Fahrrads, oder noch besser, einem der zahlreichen Elektro-Tretroller tendieren. Denn die Distanzen in Kopenhagen sind weiter als gedacht und mit einem fahrbaren Untersatz hat man die Möglichkeit, deutlich mehr von der Stadt zu sehen. Hinzu kommt, dass das Fahren mit Fahrrad oder Tretroller denkbar einfach ist. In keiner Stadt habe ich bisher so gut ausgebaute Fahrradwege gesehen wie in Kopenhagen. Kleine Fahrradautobahnen ziehen sich durch die gesamte Stadt und Fahrradweg heisst hier wirklich Fahrradweg: weder Fußgänger noch Bus oder Auto haben auf diesen Strecken etwas zu suchen und so kommt man sehr leicht von A nach B.

Und hier sind sie nun meine Highlights abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten:

  • Coffee Collective:
    Den mitunter leckersten Kaffee Kopenhagens gibt es bei Coffee Collective. In der Stadt gibt es mittlerweile vier Coffee-Shops des Kollektivs, wir waren im Café in Jægersborggade. Das Besondere im Coffee Collective: der Kaffee wird nicht nur täglich frisch in der eigenen Rösterei gemahlen, die Gründer legen zudem großen Wert auf den fairen Einkauf der Kaffeebohnen. Diese werden ohne Zwischenhändler direkt von den Farmern vor Ort bezogen. Hier stimmt also nicht nur der Geschmack, sondern auch das Geschäftsmodell!
    The Coffee Collective, Jægersborggade 5
    https://coffeecollective.dk/
  • Krusemyntegade:
    Diese kleine Strasse in Indre By soll angeblich die Schönste in ganz Kopenhagen sein. Und zweifelsohne ist die kleine Wohnstrasse mit ihren bunten Häusern und bewachsenen Fassaden sehr schön anzusehen. Noch etwas spannender fand ich aber die angrenzenden Wohnviertel mit ihren alten Backsteinhäusern, grünen Parks und Strassen aus Kopfsteinpflaster. Wie so oft in Kopenhagen hat man das Gefühl, in einer Kleinstadt gelandet zu sein, sobald man sich etwas vom Innenstadtkern entfernt. Es lohnt sich, öfter mal nach links oder rechts abzubiegen und sich in den Wohnvierteln der Stadt zu verlieren.
  • Hija de Sanchez:
    ¡Viva México! in Kopenhagen! Die kleine mexikanische Taquería im Meatpacking District ist eigentlich mehr ein Imbiss als ein Restaurant. Man bestellt das Essen ganz unkompliziert an der Theke und macht es sich draußen an einem der Tische gemütlich. Die Speisekarte ist übersichtlich, die angebotenen Tacos dafür umso leckerer! Das ehemalige Schlachterviertel von Kopenhagen befindet sich im Stadtteil Vesterbro und ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Ausgehviertel mit unzähligen Bars und Restaurants geworden. Ein Besuch hier lohnt sich in jedem Fall.
    Hija de Sànchez, Slagterboderne 8
    http://www.hijadesanchez.dk/
  • Kompa ‘9:
    Dieses kleine Schmuckstück inmitten der Innenstadt besticht nicht nur durch das unglaublich leckere Frühstück sondern auch durch seine urige Einrichtung. Alte Holztische, bunt zusammen gestelltes Geschirr und Möbelstücke wie bei “Oma” machen dieses Café besonders gemütlich. Zu erwähnen ist zudem die doch etwas spezielle Toilette, die sich wie “in alten Zeiten” in einem kleinen Holzschuppen im Innenhof befindet. Ein durch und durch stimmiges Konzept.
    Kompa ‘9, Kompagnistræde 9
    https://www.facebook.com/Kompa9Cph/
  • Kaufhaus Illum Bolighus:
    Wer sich für skandinavisches Design interessiert sollte dem Kaufhaus am Amagertorv unbedingt einen Besuch abstatten. Auf vier Stockwerken findet man hier alles, was das Einrichtungsherz begehrt: von Möbeln, Lampen und Porzellan bis hin zu Textilien und Dekoartikeln. Seit 1997 zählt das Ilum Bolighus zu den dänischen Hoflieferanten und beherbergt neben dänischen Design-Klassikern auch zahlreiche internationale Marken. Leider sind die Preise nicht günstig, aber ein Bummel durch das architektonisch wunderschön gestaltete Einrichtungshaus mit seinen hellen, holzverzierten Etagen lohnt sich allemal.
    Ilum Bolighus, Amagertorv 10
    https://www.illumsbolighus.dk/
  • Atelier September:
    Das kleine Café in der Nähe der Innenstadt überzeugt nicht nur durch den freundlichen Service und das vorzügliche Essen (das Café ist bekannt für sein Avocadobrot) sondern vor allem durch die wunderschöne Inneneinrichtung. Zahlreiche Antiquitäten, Pflanzen und Kunstwerke schmücken den hellen, lichtdurchfluteten Raum. Wir hatten Glück und konnten einen der begehrten Tische vor dem Café ergattern. Der perfekter Spot zum Kaffee trinken und Leute beobachten.
    Atelier September, Gothersgade 30
    http://www.cafeatelierseptember.com
  • GRØD:
    Beim GRØD handelt es sich um die weltweit erste “Porridge-Bar” und wie der Name schon sagt ist “Haferbrei” hier Programm. Auf der Speisekarte finden sich zahlreiche Porridge-Variationen, man hat aber auch die Möglichkeit, sich seinen ganze eigenen Haferbrei aus unterschiedlichsten Toppings zusammen zu stellen. Unbedingt die Karamellsauce probieren! Mittlerweile gibt in Kopenhagen drei Porridge-Bars und einen Streetfood-Container. Mein absolutes Frühstücks-Highlight in Kopenhagen! Ich bin allerdings auch bekennender Porridge Fanatiker… 😉
    GRØD, Vesterbrogade 105
    https://groed.com/en/
  • Christiania:
    Mitten in Kopenhagen befindet sich die staatlich geduldete autonome Kommune Christiania, die es so in keinem anderen europäischen Land gibt. Die Hippie-Gemeinde auf der Insel Christianshavn wurde 1971 aus Protest gegen die dänische Regierung gegründet und zieht tagtäglich unzählige Touristen an. Im Herzen der Wohnsiedlung befinden sich zahlreiche Restaurants und Kunststätten sowie die so genannte “Pusher Street”, in der an kleinen Ständen öffentlich Cannabis verkauft wird. Auch wenn der Freigeist der Kommune aufgrund der vielen Besucher nur noch teilweise zu spüren ist lohnt sich ein Spaziergang durch die alternative Gemeinde mit ihren kleinen Häusern, grünen Gärten und bunter Streetart.
    Christiania, Prinsessegade, Christianshavn
    https://www.christiania.org/
  • The Corner:
    Das kleine Café, das sich in “der Ecke” des Restaurants “108” befindet ist nicht weit von Christiania entfernt und lässt sich in nur wenigen Minuten über einen schönen Spaziergang am Wasser entlang erreichen. Das Café verfügt über einen kleinen, abgetrennten Garten und ist der perfekte Zwischenstop, um Christianshavn zu erkunden. Neben Frühstück und Mittagstisch gibt es hier den ganzen Tag über leckeres dänisches Gebäck.
    The Corner, Strandgade 108
    https://108.dk/en/the-corner/coffee-bar/

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